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Alles begann Mitte der Neunziger. Von Freunden bekam ich zum Geburtstag ein „Beer Brewing Kit“ geschenkt, so eine Art Bier in Instantkaffee-Form: Pulver ins Wasser schütten, rühren, einmal mit Hopfenextrakt aufkochen, abkühlen lassen, Hefe zusetzen, eine Woche gären lassen, auf Flasche ziehen, nochmals 10 Tage gären lassen und fertig ist das „Bier“. Wenn man es denn Bier nennen möchte. Geschmacklich war es gräuslich.

Gepackt hatte es mich aber trotzdem. Das konnte doch nicht alles sein! Konnte man Bier nicht auch aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe machen? Das wäre doch was. Privates Bierbrauen war in Deutschland erst seit 1993 erlaubt und das Internet noch ganz in den Anfängen. Kaum ein Hobbybrauerversand bot seine Dienste an, Mälzereien lieferten in Tonnen, aber nicht in Kilo und Hopfenlieferanten rechneten in Sack, aber nicht in Gramm. Im Brauhaus der Hanse, der Bierstadt Hamburg, gab es aber grundsätzlich alles: freundliche Mälzereien und unterstützungswillige Brauereien. Und was es in Hamburg nicht gab, das wurde in längeren Telefonaten von bereitwilligen und sicherlich lächelnden Herstellern und Lieferanten in Kleinstmengen organisiert. Für einige Jahre wurde dann regelmäßig gebraut. Mit wachsender Erfahrung und jedem Sud wurde das Bier besser und das Brauergebnis konstant reproduzierbar. Natürlich haben wir auch Lehrgeld bezahlt: Bier, dass schon in der Flasche so schal war, dass alle herzlich abwinkten oder das schon vor dem Ende des „Plopp“ wieder von Wand und Decke tropfte. Den Instant-Tiefpunkt haben wir allerdings nie wieder erreicht. Bald waren wir biermäßig Selbstversorger.

Ende der Neunziger war dann erstmal für einige Jahre Schluss mit Brauen, Beruf und Familie setzten andere Prioritäten. Erst Mitte der „Nuller“ ging’s wieder los. Aber das „spade and bucket brewing“, das Brauen mit Eimer und Schaufel wurde schnell unbefriedigend. Stück für Stück wichen Kochtopf, Plastiksieb und Plastikeimer Braukessel und Läuterbottich aus Edelstahl. Der Kochlöffel wurde durch ein mechanisches Rührwerk ersetzt und die Küche mit einer eigens eingerichteten Braustube vertauscht. Irgendwann stellte sich die Frage „warum eigentlich nur für den Eigenbedarf?“ und irgendwann kam aus dem Freundeskreis der Wunsch Corbek-Bier bei der eigenen Geburtstagsfeier ausschenken zu wollen. So entstand die Idee für die Corbek Brauerei und Corbeker.

Nun gibt es in Deutschland hinsichtlich des Bierbrauens nur Hit oder Niete: entweder Hobby, dann nur 200 Liter p.a. zollfrei und nur für den Eigenbedarf oder gewerblich, dann Brauerei gründen. Nachdem die Idee gut ein Jahr reifte und hin und her überlegt wurde fiel im Januar 2013 die Entscheidung: die Corbek Brauerei wurde als Gewerbe angemeldet. Damit war natürlich noch nicht viel gewonnen, denn jetzt kam die eigentliche Arbeit. Diverse Behördengänge und eine vollständige Überplanung und Umbau der Braustube waren erforderlich, bis die Abnahme durch die Lebensmittelüberwachung und den Prüfdienst des Zolls erfolgen konnte. Eine Reihe von Investitionen waren notwendig damit Brauanlage, Fass- und Flaschenabfüllung und das Zoll-Lager gewerblichen Ansprüchen genügten. Seit Mitte 2013 wird jetzt regelmäßig Corbeker in den verschiedenen Varianten gebraut. Noch ist einiges zu tun, damit man mit Recht „fertig“ sagen kann. 2015 soll dann die geplante Jahresmenge von 10 Hektolitern oder 1000 Litern Bier erreicht werden.

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Artikel im Hamburger Abendblatt von Pelle Kohrs (13.04.2016)